Tag 71: Oamaru Hut – rest day

Tag 71

– Oamaru Hut – rest day-

Sitting lazy in the hut in rainy weather.

Vielleicht habe ich den Ruhetag heute gebraucht. Ich habe fast den ganzen Vormittag geschlafen. Gestern Abend bin ich auch schon sehr früh in den Schlafsack gekrochen. Als ich in der Früh aufgestanden bin, hat es bereits leicht geregnet. Eigentlich hatte ich beschlossen, dass es wenn’s morgens bereits regnen sollte, ich den Tag in der Hütte verbringen werde. Aber die Entscheidung ist mir doch schwerer als erwartet gefallen. Letztendlich habe ich mich doch fürs dableiben entschieden, denn es hat irgendwie doch nach stärkerem Regen ausgesehen. Kurz nachdem ich wieder in den Schlafsack bin, hat es auch zu schütten begonnen.

Riesen Hütte für mich alleine.

 

Stockbetten wie im Gefängnis anno 1960.

Der Wetterbericht ist wieder Mal falsch gelegen, denn der hat den (starken) Regen für Nachmittag gemeldet. Jetzt kurz vor Mittag schaut’s gar nicht so schlecht aus, allerdings total Wolkenverhangen, nur etwas höher. War noch kurz am überlegen, ob ich noch zur Boyd Hut gehen soll, habe ich aber schnell verworfen. Ich mache mir nun ein kleines Mittagessen, Nudeln mit Tomatensoße.

Lecker, Kohlenhydrate.

Den ganzen Nachmittag habe ich nicht viel unternommen, nur Tee getrunken und gelesen. Ich bin mir sicher, dass ich den „freien“ Tag heute gebraucht habe. Ich fühle mich irgendwie erschlagen, meine Füße sind schwer und ich habe keine Energie. Oder kommt das vom Nichtstun?

Nachmittags hat es jedenfalls immer wieder geregnet, aber nicht so kräftig, wie der Wetterbericht gemeldet hat. Kann aber noch kommen. Hoffentlich wird’s dann wieder sonnig. Morgen habe ich ausserdem wieder einige Flussquerungen. Da brauche ich kein Hochwasser.

Never seen such a bird in NZ before.

 

Never seen such a bird in NZ before.

 

Kurz vor dem long distance walking blues.

 

Das Wetter schaut doch gar nicht so schlecht aus.

Da heute nicht mehr viel passieren wird, hier noch eine kurze Auflistung meiner Ausrüstung: Rucksack von Fjällräven 75 ltr., vollkommen ausreichend; Ein-Personen-Zelt von North Face, Gewicht ca. 1,3 kg – es gibt mittlerweile leichtere – würde ich nun vorziehen; Sommer-Schlafsack anfangs zu dünn, jetzt vollkommen ausreichend; dazu ein Seiden-Inlet- das hat den Vorteil dass es einfach zu waschen ist und schnell trocknet; keine Isomatte – aus Platz- und Gewichtsgründen wegrationalisiert – die meisten Nächte verbringe ich in Hütten.

Zum Kochen verwende ich einen herkömmlichen Gaskocher mit etwas höherer Leistung. Kochgeschirr in Form von zwei Töpfen mit Deckel (auch als Pfanne zu verwenden – einmal habe ich sogar ein Steak gebraten, allerdings auf zweimal) und eine Kaffeetasse, alles von snowpeak, extra leicht. Besteck nicht zerbrechlich und ein Schweizer Taschenmesser. Über meine bescheidene Ausrüstung an Kleidung schreibe ich noch zu einem späteren Zeitpunkt, außer, dass ich zu viel dabei hatte und den Teil bereits irgendwo gelagert wird.

Heute Abend hatte ich noch total unerwarteten Besuch. Ein Mann ungefähr in meinem Alter mit Vollbart und etwas längeren blonden und mit grau durchzogenen Haaren kam zur Hütte. Seine Kleidung war total durchnässt, er hatte nur einen relativ kleinen Rucksack (genau das Gegenteil zu meinem), und was mich noch mehr überrascht hat, er ist in Sandalen unterwegs. Das hat mich gleich an das Buch „Woman in the Wilderness“ erinnert. Die beiden waren ebenfalls nur in Sandalen unterwegs, auch im Winter. Er hat mir auf der Karte gezeigt, welche Strecke er gelaufen ist, immer entlang von Bächen, aber nicht auf Tracks. Da war ich irgendwie sprachlos. Außerdem hat er gemeint, dass er sich verlaufen hat und er weiter muss, sein Freund macht sich sonst Sorgen. Das war gegen 18:30 Uhr, bis zur nächsten Hütte oder Straße sind es ungefähr 8-10 Stunden. Er will aber irgendwo zwischendrin campen. Wird schon gut gehen, ich habe mir keine Sorgen um ihn gemacht, ich hatte den Eindruck, dass er sich hier sehr gut auskennt. Ich verstehe allerdings nicht, wie jemand bei dem Sauwetter unbedingt campen will. Derzeit pisst es nämlich wie aus Kübeln. Irgendwie hat der Wetterbericht doch wieder recht, nur etwas verspätet kam der starke Regen.

Ich werde noch zum Vegetarier.

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