Tag 83: Upper Makaroro Hut – Sparrowhawk Biwak

Tag 83

– Upper Makaroro Hut zum Sparrowhawk Biwak – 13,9 km –

Eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tour über mehrere Gipfel.

Wieder einmal habe ich eine Strecke unterschätzt. Dass der Anstieg anstrengend sein würde, habe ich vermutet, aber dass der Weg, Track kann man nicht sagen, das war heute eine Route ohne Markierung und Weg, doch so anspruchsvoll sein wird, habe ich nicht vermutet. Ich habe gedacht, dass ich sehr viel schneller sein werde. Aber so kann man sich täuschen. Strahlend blauer Himmel am frühen Morgen. Zwar unheimlich kalt, aber genau passend für den anstrengenden Aufstieg. Ich war schon ein wenig überrascht, dass der Aufstieg anfangs unglaublich steil war. Aber so habe ich in relativ kurzer Zeit viele Höhenmeter überwinden können. Dementsprechend schnell war ich dann auch schon oberhalb der Bushline und hatte außerdem Telefonempfang. Erst habe ich mit Anthony unser Treffen vereinbart. Zuerst wollten beide am Sonntag kommen, was für mich einen Ruhetag bedeutet hätte. Ich hätte nichts dagegen gehabt. Wir kommunizieren übrigens ganz altmodisch per SMS. Später kam dann noch eine Nachricht, dass sie bereits am Samstag kommen und über Nacht bleiben werden. Und 🍺 mitbringen. Das wird eine lange Nacht werden. Da kann ich am nächsten Tag nur eine kurze und weniger anstrengende Etappe laufen.

Steiler Aufstieg zur Ridge.

 

Kaaaaallltttt.

 

Ist das Eis auf dem Tarn sichtbar?

Ich habe mich dann auch noch zu Hause gemeldet, hat genau gepasst mit den 12 Stunden Zeitunterschied. Nach dem Aufstieg über Totara Spur führte mich die Route über mehrere Gipfel, die auf meiner Karte auch namentlich erwähnt werden. Als erstes Tupari, dann Ina Rock, als nächstes Te Atua Mahuru wo ich auch eine längere Pause eingelegt habe, als nächstes Maroparea und zum Schluss Orupu. Im Vergleich zu unseren Alpen nicht allzu hoch, nur um die 1500 m, aber die Strecke war doch anspruchsvoll und anstrengend. Teils war ein sichtbarer Weg vorhanden, aber immer wieder musste ich durch hohes Gras einen Weg finden. Walking on a ridgeline is no easy going.

Auch auf den nicht markierten Routen gibt es Wegweiser.

 

Jede Menge kleiner Tümpel hier, dementsprechend sumpfig.

 

Genau da geht’s lang.

 

Lunchbreak auf einem Trig.

 

Another rest.

Nach knapp 8 Stunden habe ich dann doch ziemlich geschafft die Hütte, eigentlich ist das keine Hütte, sondern nur ein Biwak mit ein paar Matratzen drin und einer Ablage zum Kochen sowie einer Art Bank, erreicht. Daher gibt es hier auch keinen Ofen. Kann wahrscheinlich sehr frisch werden diese Nacht. Gestern muss es bereits Nachtfrost gehabt haben, denn die ersten Tarn (kleine Seen in den Bergen), die ich erreicht hatte, waren mit einer dünnen Eisschicht bedeckt.

Tagesziel fast erreicht.

 

Sparrowhawk Biv.

Heute war ich ziemlich durstig, als ich das Biwak erreicht hatte, habe ich als erstes einen halben Liter Wasser mit RARO (Getränkepulver in diesem Fall mit Orangengeschmack) getrunken, dann noch eine Tasse Kaffee. Danach habe ich mich meinem Buch gewidmet und auch schon zu frieren angefangen. Also Klamotten wieder gewechselt, damit ich einfach wärmer eingepackt bin.

Ich kann schon gar nicht mehr erwarten, dass es morgen Abend wird. Ich freue mich auf das Treffen mit den beiden fast wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Das ganze hat nur einen sehr großen Nachteil: mein Rucksack ist ab morgen wieder höllisch schwer. Aber wichtig für mich ist, dass ich die beiden kennen lerne, bevor ich zu ihnen nach Palmerston North komme, außerdem kann ich beide noch nach Rat fragen, welche Strecke für mich die bessere sein wird. Und noch etwas ganz wichtiges, ich möchte sie fragen, was ich ihnen gutes tun kann in der Zeit, die mir nach Beendigung meines Trails in Neuseeland noch verbleibt. Irgendwas kann ich bestimmt machen. Jedenfalls habe ich vor, beide entweder zum Essen einzuladen oder was vielleicht besser ankommt, dass ich irgendwas bayrisches selber koche. Wobei mir da bestimmt Grenzen gesetzt sind. Einen Spätzlehobel wird es hier nicht geben, fertige Knödel bestimmt auch nicht, aber mir spukt da irgendwie ein Schweinebraten mit Kraut und notfalls dann eben Kartoffelsalat im Kopf herum.

Bei mir gibt es heute Thai Chicken Curry und danach werde ich mich zur Ruhe begeben, denn vielleicht kann ich heute eine Stunde vorschlafen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s