Tag 46: Broken Hills Campsite – Opoutere

Tag 46

– Broken Hills Campsite nach Opoutere – 24 km –

Roadwalking ist zur Abwechslung doch immer wieder schön.

Gestern wurde ich noch daran erinnert, warum ich mir das antue. Es liegt nicht nur an der phantastischen Landschaft hier in Neuseeland, sondern auch und besonders an den hilfreichen und netten Menschen. Als ich am späten Nachmittag bereits total fertig im Zelt lag, meinen Nachmittagsschlaf beendet hatte, kam der andere Camper bei mir vorbei und hat mir ein Bier angeboten. Da konnte ich schließlich nicht nein sagen und habe dabei festgestellt, dass ich wahnsinnig durstig war. Durch den Regen und die Kälte habe ich viel zu wenig getrunken. Allerdings hatte ich zu nichts mehr Bock, weder Tee kochen noch was zu Essen.

Aber es kam noch besser. Nach ein paar Minuten kam er nochmals zurück, hat sich bei mir vorgestellt. Er heißt Richard und ist hier für einige Tage mit seiner Frau Susan unterwegs. Er hat gemeint, sie hätten drei Steaks und haben mich einfach so eingeladen. Ich konnte wiederum nicht nein sagen. Die Steaks waren lecker, dazu gab es Salat (den vermisse ich unwahrscheinlich) und ein Glas Rotwein dazu. Wir haben uns noch einige Zeit unterhalten, über Familie (ihre und seine Eltern kommen aus den Niederlanden, komisch auch die Eltern von Rob stammen aus den Niederlanden, sind kurz nach dem Krieg ausgewandert), Arbeit (beide arbeiten nur Teilzeit, um mehr Zeit miteinander zu verbringen) und natürlich meine Wanderung. Da ich meine Stirnlampe im Zelt vergessen hatte, hat mich Richard noch (im strömendem Regen) zum Zelt begleitet, wo wir uns dann verabschiedet haben. Bin gespannt, ob wir uns nochmals wiedersehen. Ich komme in ein paar Tagen nach Tauranga, wo sie wohnen.

Gefühlt hat es die ganze Nacht geregnet, jedenfalls mein Zelt hat sich so angefühlt, und da ich unter einem großen Baum das Zelt aufgebaut hatte, tröpfelte es auch noch am Morgen. Kalt dazu war es auch noch, weswegen ich keine sonderlich große Lust hatte, aus dem Zelt rauszukommen. Aber es musste sein, denn ich wollte heute noch ein paar km laufen. Der Zeltplatz liegt leider etwas zu sehr im Schatten, deswegen konnte mich die Sonne nicht wärmen. Das schlimmste am heutigen Morgen war, die nassen und kalten Socken anzuziehen und zum krönenden Abschluss noch in die feuchten und kalten Wanderschuhe reinzuschlüpfen. Aber zur Beruhigung, es ist nur am Anfang schrecklich, mit der Zeit und mit etwas Bewegung werden die Füße schon wieder warm.

Alles nass.

Heute war nur Road-Walking angesagt, erst aus dem Tal heraus. Dort habe ich mich mit einem Straßenarbeiter unterhalten. Die Kiwis sind allesamt viel unterwegs. Er hat im letzten Jahr Neuseeland komplett von Nord nach Süd abgefahren. Für nächstes Jahr hat er sich was in Europa vorgenommen, er weiß nur noch nicht was. Als ich dann den Highway erreicht hatte, habe ich bereits mein zweites Frühstück zu mir genommen. Ein Pie und einen Kaffee. Gibt es an jeder Tankstelle, ähnlich wie bei uns ein Leberkäsesemmel. Dort hatte ich kurz Internet und habe mich zu Hause gemeldet.

Endlich Sonne, nur die Kamera ist noch nicht bereit.

 

Nach dem zweiten Frühstück an der Tanke.

Auf der Straße nach Pauanui war dann schon wesentlich mehr Verkehr, so dass ich dann froh war, dass gerade ein neuer Radweg am Entstehen ist. Diesen habe ich sogleich genutzt, allerdings habe ich zu spät festgestellt, dass sich dieser von der Straße zu weit entfernt und ich keine Möglichkeit habe, vor Pauanui wieder auf die Straße zu kommen, denn von der Straße zweigt die Forststraße ab, die ich benutzen wollte. Also musste ich den ganzen Weg wieder zurück, denn zu meinem heutigen Tagesziel führte kein anderer Weg (außer von Süden kommend, den ich morgen gehen werde). Offiziell darf man die Forststraße nicht benutzen, die Schranke war geschlossen und auf dem Schild stand: closed for the Public! Ich habe mich aber nicht aufhalten lassen. Kurz danach kamen mir zwei Radfahrer entgegen. Der Weg ist eigentlich nur gesperrt, da sich dieser in Privatbesitz befindet, in diesem Fall kommerzieller Forst, Holz ist wichtiges Exportgut.

Bei Sonnenschein schaut alles ganz anders aus.

 

Die verbotene Strecke durch den Wald.

Mein Ziel für heute habe ich relativ früh erreicht, morgen weiß ich noch nicht, wie es weitergeht, denn das Wetter spielt gerade nicht so mit, wie ich mir das vorstelle. Jedenfalls will ich keine Nacht im Regen auf einem DOC Campground verbringen. Kann sein, dass ich morgen meinen Einkauf erledige und die Nacht in Whangamata verbringen werde. Kommt aber auf das Wetter an…

Auf dem Weg zum Zeltplatz.

Ansonsten geht’s weiter zur Wentworth Campsite (DOC).

Ich möchte dadurch nicht sagen, dass DOC Campingplätze schlecht sind. Nein die sind super, immer die beste Lage, allerdings für Wanderer nicht so gut geeignet, da selten ein Shelter zum Kochen vorhanden ist. Mit dem Auto oder Camper alles kein Problem. Ich war immer sehr gerne auf DOC-Plätzen.

Schöner und günstiger Campingplatz.

Ein Gedanke zu “Tag 46: Broken Hills Campsite – Opoutere

  1. I am glad your trail has been enjoyable.
    We are looking forward to meeting you in the Ruahine range. Im writing this from Longview hut. It is all misty outside. No one around. Just another back country gem.

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