Tag 59: Whakatane – Ohora Hut

Tag 59

– Whakatane zur Ohora Hut – 46,9 km –

Endlich wieder in den Bush, allerdings habe ich mich sehr stark verschätzt – man könnte auch sagen, dass ich schlecht geplant habe.

Ja, meine Planung für den ersten Abschnitt von Whakatane bis zum Start des Tracks habe ich mich schwer verschätzt. Auf der Karte hat das nicht so weit ausgesehen. Aber es sind tatsächlich 30 km. Ich jedoch habe wieder Glück gehabt und darf auf die Unterstützung eines nach seiner Aussage true Maori mit dem Namen Ashe hoffen. Ich wollte per Anhalter bis zum Highway nach Taneatua hiken. Er hat angehalten und gefragt, wo ich hin will. Ich habe gesagt, dass ich den Whakatane River Track laufen möchte und er hat mir angeboten, mich zum Start des Tracks zu bringen. Es dauert nur eine Weile, da er noch was zu erledigen hat.

Ashe, mein Trail-Angel.

Er wollte nur sein Auto waschen, war am Wochenende auf der Jagd, hat aber leider nichts geschossen, obwohl er etliche Hirsche gesehen hat. Bei Zweien hat er geschossen, diese aber verfehlt. Ich habe ganz vergessen zu fragen, wie er dort hinkommt, aber das habe ich schon herausgefunden. Man fährt mit dem Auto einfach den Whakatane River entlang. Diesen muss man allerdings mehrfach durchqueren, aber mit Geländewagen kein Problem. Und das Problem mit dem Abtransport des Tieres ist auch gelöst.

Ashe hat mich dann am Start des Tracks rausgelassen. Ist schon komisch, die geteerte Straße hört einfach auf und es führt eine Schotterstraße (eher eine Straße für 4WD) weiter. Kein Hinweis auf den Track, einfach gar nichts. Dementsprechend alleine werde ich die nächsten Tage unterwegs sein.

Unscheinbarer Start des Whakatane River Track.

 

Jede Menge Pferde in diesem Tal.

 

Das erste Stück auf der 4WD.

Den Track habe ich mir einfacher vorgestellt, anfangs bin ich noch ein Stück der Straße weiter gefolgt, dann auf dem Track weiter und ich habe immer wieder versucht, direkt am Fluss zu gehen. Das war leider nicht immer möglich, da dieser noch uneingezwängt verläuft und sich nach so ziemlich jedem Hochwasser den Flusslauf ändert. Ich musste also immer nach dem Track schauen.

Anfangs noch guter Track.

Dieser war leider in manchen Bereichen schlecht markiert, es gab keine Probleme, denn man muss nur dem Fluss folgen. Bei manchen Abschnitten war der Weg wahnsinnig zugewuchert, an den Dornen habe ich mir mein gutes Shirt ruiniert und mir meine Füsse verkratzt. Zusätzlich waren viele umgefallene Bäume im Weg. Bei einem musste ich sogar den Rucksack abnehmen und hinter mir unter dem Baum her ziehen.  Zusätzlich gab es noch ein paar Geröllfelder, die zu queren waren, sowie ein washout, da war der Track vom Fluss weggespült, so dass ich zwangsläufig im Fluss weiter laufen musste. Nasse Füße sind in Neuseeland bei Wanderungen garantiert.

Schon mehr zugewachsen.

Aber es kam noch schlimmer, auf den Wetterbericht ist gar kein Verlass. Die nächsten Tage kann ich wenigstens nicht nachschauen, da ich auf diesen Wegen garantiert kein Netz habe. Eine Stunde vor der Hütte ist ein Gewitter aufgezogen, es hat geschüttet, was runter ging und innerhalb kurzer Zeit war ich nass von Kopf bis Fuß. Es war noch nicht genug, denn als ich über die Swingbridge ging und auf der anderen Seite war, konnte ich die Hütte nicht finden.

Das Unheil in Form eines Gewitters kam von Süden.

Auf allen meinen Karten war sie auf der südlichen Uferseite eingezeichnet, ein Hinweisschild auf der nördlichen Seite lies mich vermuten, dass dort die Hütte ist. Ich habe aber weiter auf der südlichen Seite gesucht, wäre dabei fast noch mit allem drum und dran in den Fluss gefallen. Irgendwas ist auch reingefallen, aber ich weiß nicht was. Vermissen tue ich noch nichts. Ich habe dann ohne Rucksack weiter gesucht und bin dann auch fündig geworden. Das hat sich aber eine Weile hingezogen.

An der Hütte habe ich zuerst das Zelt zum trocknen aufgehängt, das war jetzt noch feuchter als heute Morgen nach dem Regen. Danach meine Sachen aufgehängt und frisch angezogen. Und mit dem gemütlichen Teil des restlichen Tages begonnen. In der Reihenfolge: Tee kochen, noch ein Lunch zubereiten und meine heutigen Wunden inspizieren.

Die erste schlimmere Wunde.

Den Abend lasse ich nun gemütlich ausklingen. Vielleicht lese ich heute noch, auf alle Fälle koche ich noch was……

Leider bleibt noch etwas Arbeit zu tun. Falls das Zelt trocken wird, muss ich dieses noch verstauen. Ofen muss ich nicht anheizen, denn in der Hütte ist es warm genug. Allerdings kann ich kein Feuer machen, denn es ist wie sehr häufig an Hütten kein Holz da und mit nassem Holz klappt’s mit dem Feuer dann auch nicht.


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