Tag 64: Moerangi Hut – Verns Camp – Central Whirinaki Hut

Tag 64

– Moerangi Hut über Verns Camp zur Central Whirinaki Hut – 27,9 km –

Another cruising day but much longer.

Ohwe, habe ich mir gerade eben die Hand an dem Griff von meinem Kochgeschirr verbrannt. Und dazu nicht mal Wasser in der Hütte. Regenwassertank ist total leer. Habe mir die Hand im nahen Whirinaki River gekühlt. Aber nun zum heutigen Tag.

Es war gestern bereits zu sehen und zu spüren, dass sich das Wetter jetzt ändert. Gestern zogen schon hohe Wolken durch und auch der Wind frischte auf. Es wurde auch merklich kühler. Heute Morgen war die Wolkendecke so gut wie geschlossen. Aufbruch ungefähr so wie immer um ca. 7 Uhr. Die anderen habe ich mehr oder weniger aus dem Bett geworfen. Aber die mussten dann bestimmt auch bald los, denn die hatten einen langen Weg vor sich.

Für mich ging es erst aufwärts. Nach ungefähr einer Stunde war der höchste Punkt mit knapp über 900 m erreicht. Hier oben ging ein verdammt frischer Wind. Das war ich nicht mehr gewöhnt nach der Wärme in den letzten Tagen. Kurz danach kam total überraschend ein Schild mit der Aufschrift „cellular coverage“! Und das hier im nowhere. Der nächste Ort ist mindestens 20 km Luftlinie von hier entfernt. Hier habe ich dann ein paar Sachen erledigt, unter anderem mich daheim gemeldet. Aber dann hat’s mich wahnsinnig gefroren.

Am höchsten Punkt des Tracks angelangt.

 

In the middle of nowhere cellphone coverage.

 

Ausblick vom Trail auf neverending bush and forest.

Ich machte mich dann sogleich auf den Abstieg und nach weiteren 2 1/2 Stunden habe ich den Abzweig zur Central Whirinaki Hut erreicht. Fazit zum Moerangi Trail: einfacher und guter Wanderweg, anspruchsvolle Mountainbike Strecke. Vielleicht war deswegen kein Biker unterwegs. Das fand ich schon etwas enttäuschend. Für mich wäre dieser Trail zum Biken überhaupt nichts. Ich müsste das Rad mehr schieben als fahren.

Turnoff zum Whirinaki Track.

Der Whirinaki River Track war ähnlich einfach zu laufen. An den Falls habe ich dann eine kurze Rast eingelegt und nochmals eine Menge Wanderer aus Auckland getroffen. In der Nähe der Hütte soll es ein paar der geschützten Whio (blue duck) geben. Vielleicht hab ich Glück und bekomme die auch zu sehen. Kurz darauf habe ich nochmals eine Gruppe Tramper getroffen. Die haben anscheinend auf der Upper Whirinaki Hut übernachtet. Waren ebenfalls aus Auckland. Der Tramping Club dort hat einen eigenen Bus und plant jedes Wochenende eine Tour.

Kurze Rast an den Falls.

 

 

Elegante Lösung.

Die letzten km vor der Hütte wurde der Track etwas schlechter, wofür Sturm und Schnee verantwortlich zeichnen. Mehrere Erdrutsche und jede Menge umgestürzte Bäume. Die meisten zwar zersägt und zur Seite gelegt, aber manche lagen eben doch noch im Weg. So wie es aussieht, habe ich die Hütte (25 Matratzen) heute für mich alleine.

Signpost at Central Whirinaki Hut.
Central Whirinaki Hut, for me alone.

Da ich heute nur ein ganz kleines Lunch zu mir genommen habe, beschloss ich schon während des Weges zur Hütte, dass ich mir heute gleich ein backcountry cousine meal gönne (genau beim Kochen des Wassers habe ich mich verbrannt) und später noch ein zweites.

Ganz wichtig ist, wenn man im Backcountry hier unterwegs ist, dass man einen PLB (personal locator beacon) mit sich führt. Mit diesem Gerät kann man über Satellit einen Notruf bzw Signal absetzen und der Rettungstrupp kann mich aufgrund des Gerätes lokalisieren. Auf das Gerät habe ich glaube ich, noch nicht hingewiesen. Mein Gerät habe ich für den Te Araroa Trail auf der Südinsel gekauft und war schon mal kurz davor, es zu benutzen. Ich bin damals aber ohne fremde Hilfe weiter gelaufen und habe den Trail beendet. Meinen Fuß habe ich erst daheim behandeln lassen, war glücklicherweise nur ein Bänderriss. Vermutet hatte ich allerdings zuerst einen Knöchelbruch.

Kurz vor meiner zweiten Portion Backcountry bin ich nochmals runter zum Fluss und siehe da, eine richtige Entenfamilie. Ein Paar mit drei Entenküken. Habe ich bis heute noch nie gesehen, obwohl ich schon sehr oft in Neuseeland war.

Ich habe gerade einen sehr interessanten Satz gelesen, er stammt aus dem Buch: Woman in the Wilderness von Miriam Lancewood. Miriam ist mit einem Freund (Benny) seit langem mal wieder in einer Kneipe, er sagt zu ihr: this is the working man’s reward for comfortable slavery. Work all week, make money, then spend it immediatly on expensive poison with friends who have nothing to say to each other, because everybody had a boring week. Eigentlich das falsche Buch für mich, aber zum Glück mache ich wenigstens zwischendurch Dinge, die wesentlich wichtiger sind als Arbeit und Erfolg. Aber leider muss auch ich noch Schulden abbezahlen.


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